Sind die Kinder immer draussen im Wald? Auch bei Regen, Kälte und Sturm?

Ja, grundsätzlich sind wir bei jedem Wetter draussen im Wald. Die einzige Ausnahme besteht, wenn Sturmgefahr droht, dann suchen wir z.B. das nahegelegene Gemeinschaftszentrum auf. Bei Regen hingegen spannen wir eine grosse Plane zwischen den Bäumen auf, um darunter ein trockenes Plätzchen einrichten zu können. Im Winter wenn es kalt ist, haben wir ein grosses Repertoire an Bewegungsspielen, bei Schnee gehen wir auch oft Schlitteln. Die Devise heisst bewegen, bewegen und nochmals bewegen. Zudem gibt es immer ein Feuer, um welches wir beim Essen sitzen können. Im Notfall haben wir die Möglichkeit, einen Notraum (Waldhütte, Notraum, Bauwagen) aufzusuchen, um uns darin zu trocknen und am Ofen aufzuwärmen.

Können die Kinder draussen schlafen?

Hat ein Kind das Bedürfnis nach etwas Ruhe oder braucht es einen Mittagsschlaf, können wir dem auch im Wald problemlos gerecht werden. Auf Isomatten weich gebettet und warm in eine Wolldecke eingepackt, lässt es sich im Schatten unter einem Baum oder unter der schützenden Regenblache sehr gut schlafen. Auch die Hängematte ist ein beliebter Schlafplatz im Freien.

Wo essen die Kinder zu Mittag?

Wir essen ein auf dem Feuer gekochtes oder aufgewärmtes vegetarisches Mittagessen, welches die Eltern im Turnus für die Gruppe selber kochen und mitbringen. Wir essen mit Löffeln aus kleinen Schalen, dabei sitzen wir auf Isomatten im Kreis, so schützen wir uns vor Bodenkälte und Bodenfeuchtigkeit.

Wie gehen die Kinder auf die Toilette? Wo werden sie gewickelt?

Gewickelt wird in den Krippengruppen je nach Witterung und Vorliebe des Kindes im Stehen oder liegend auf einer Matte. Auf die Toilette gehen die Kinder im Wald hinter einem Baum, wobei wir 'Gaggi' und WC-Papier mit Roby-Dog-Säckchen einsammeln und den kleineren Kindern wenn sie es wünschen auch behilflich sind.

Sind 2-Jährige noch nicht zu klein, um bei jedem Wetter draussen zu sein?

Wenn ein 2-jähriges Kind selbständig gehen und seinen Znüni im Rucksack mittragen kann, ist es fähig, sich mit uns im Wald aufzuhalten. Dank einer liebevollen Unterstützung nicht nur durch die Erwachsenen, sondern auch durch die älteren Kinder, wird es sich im Wald rasch einleben.

Wie wird das Kind eingewöhnt?

Das Kind wird zusammen mit den Eltern zu einem Schnuppertag eingeladen. Danach wird die Eingewöhnung individuell mit den Eltern vereinbart.

Erkranken die Kinder durch den Aufenthalt im Wald bei Regen, Schnee und Kälte rascher?

Nein, Wald-Kinder werden nicht öfters krank als andere Kinder. Im Gegenteil, sie sind widerstandsfähiger und werden weniger krank.

Wie ist es mit der Zeckengefahr?

Bei einem Zeckenbiss besteht die Ansteckungsgefahr für FSME (Hirnhautentzündung) oder Lyme Borreliose. Aber man kann sich gut gegen Zecken schützen. Um einen Zeckenbiss zu verhindern, tragen die Kinder im Troll geschlossene Schuhe, lange Hosen, ein langärmliges Shirt und eine Kopfbedeckung. Ausserdem empfehlen wir den Eltern, Zeckenspray zu benutzen und die Kinder nach jedem Waldaufenthalt gründlich nach Zecken abzusuchen. Je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Krankheitsübertragung. Kinder haben einen besseren, inneren Schutz gegen Borreliose. Falls ein Kind doch erkranken sollte, kann dies gut mit Antibiotika behandelt werden.